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Claude Telefon: Mit dem eigenen Smart Home telefonieren – KI-Agent über FRITZ!Box und Home Assistant

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„Claudine, steht die Garage noch offen?“ – „Ja, das linke Tor ist seit 20 Minuten offen. Soll ich es schließen?“ So klingt ein ganz normales Telefonat mit meinem neuen KI-Agenten. Kein App-Gefummel, kein Dashboard, einfach anrufen und reden. Das Projekt heißt Claude Telefon und ist ab sofort als Open Source auf GitHub verfügbar.

Was ist Claude Telefon?

Claude Telefon ist ein Sprach-Agent, der sich wie ein ganz normales IP-Telefon an der FRITZ!Box anmeldet – per SIP, ohne zusätzlichen Telefonanbieter und ohne Cloud-Telefonanlage. Dahinter arbeitet Claude von Anthropic als Gesprächspartner, und der Agent hat direkten Zugriff auf Home Assistant. Damit wird das eigene Smart Home von jedem Telefon der Welt aus erreichbar: vom Handy unterwegs, vom Festnetz oder vom DECT-Telefon im Haus.

Bei mir heißt die Assistentin Claudine. Sie meldet sich mit Namen, erkennt mich an meiner Rufnummer und kann mich auch selbst anrufen, wenn Home Assistant etwas Wichtiges zu melden hat.

Was kann man sie fragen?

  • „Steht die Garage noch offen?“ – Zustände abfragen: Tore, Fenster, Lichter, Temperaturen, Warmwasser, PV-Leistung, Hausakku.
  • „Mach doch bitte die Heizung in 10 Minuten an.“ – Geräte schalten: Licht, Steckdosen, Szenen, Skripte, Klima. Bei heiklen Dingen wie Garagentoren fragt sie vorher ausdrücklich nach.
  • „Setz Butter auf die Einkaufsliste.“ – Einkaufs- und To-do-Listen vorlesen, ergänzen und abhaken.
  • „Was steht diese Woche an?“ – Termine und Feiertage aus den Home-Assistant-Kalendern vorlesen und neue Termine eintragen.
  • Anrufbeantworter mit Verstand – unbekannte Anrufer werden freundlich nach Namen und Anliegen gefragt, bekommen aber keinerlei Auskunft über das Haus. Das Gespräch landet als Notiz in Home Assistant.
  • Mehrsprachig – Deutsch, Ukrainisch oder Englisch, auf Wunsch automatisch in der Sprache des Anrufers.

Wie funktioniert das?

  1. In der FRITZ!Box wird ein IP-Telefon angelegt. Claude Telefon meldet sich damit per SIP an und kann so Anrufe annehmen und selbst wählen.
  2. Was am Telefon gesagt wird, erkennt eine Sprach-zu-Text-Engine.
  3. Claude versteht die Frage, sucht in Home Assistant die passenden Geräte und Sensoren und schaltet bei Bedarf.
  4. Die Antwort wird per Sprachsynthese direkt ins Telefonat zurückgesprochen – Satz für Satz, damit es sich wie ein echtes Gespräch anfühlt. Man kann Claudine auch ins Wort fallen.

Umgekehrt kann jede Home-Assistant-Automation einen Anruf auslösen: Bleibt das Garagentor eine halbe Stunde offen, klingelt das Handy und Claudine erzählt, was los ist – und man kann gleich antworten, dass sie es schließen soll.

Sicherheit

Nur ausdrücklich freigegebene Rufnummern dürfen Home Assistant abfragen und Geräte schalten. Anrufe mit unterdrückter Nummer werden abgewiesen, welche Gerätetypen geschaltet werden dürfen, ist frei einstellbar, und Tore oder Schlösser brauchen ein ausdrückliches „Ja“. Der Agent läuft komplett im eigenen Heimnetz, die FRITZ!Box muss dafür nicht ins Internet geöffnet werden.

Selbst ausprobieren

Was man braucht: eine FRITZ!Box mit einem freien IP-Telefon-Zugang, Home Assistant, einen Raspberry Pi, auf dem Claude Telefon als schlanker Python-Code direkt läuft, sowie API-Schlüssel für Claude (Anthropic) und für Sprache (OpenAI). Einrichtung und alle Einstellungen sind im Repository beschrieben:

Das Projekt ist frisch und wird laufend weiterentwickelt. Feedback, Ideen und Pull Requests sind herzlich willkommen – und wer mag, kann ja mal ausprobieren, wie es sich anfühlt, mit dem eigenen Haus zu telefonieren.

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